EU beschließt wegweisendes Gesetz für Künstliche Intelligenz

EU Erreicht Meilenstein-Deal über das weltweit erste umfassende KI-Gesetz

Die Verhandlungsführer der Europäischen Union haben eine vorläufige Vereinbarung über das Gesetz über Künstliche Intelligenz (KI) abgeschlossen. Der Deal wurde nach marathonartigen Gesprächen in Brüssel erzielt. Diese Gesetzgebung ist die erste ihrer Art weltweit.

Wichtige Bestimmungen und risikobasierte Verbote

Das neue Gesetz kategorisiert KI-Systeme nach dem Grad ihrer Bedrohung. Anwendungen, die als „inakzeptables Risiko“ gelten, werden verboten. Dazu gehört die soziale Bewertung durch Regierungen.

Es verbietet auch kognitive Verhaltensmanipulation und prädiktive Polizeiarbeit basierend auf Profiling. Bestimmte Anwendungen der Fernbiometrischen Identifikation in öffentlichen Räumen durch die Strafverfolgungsbehörden sind eingeschränkt, mit Ausnahmen für schwere Verbrechen wie Entführungen oder Terrorbedrohungen.

Hochrisiko-KI, wie sie in kritischen Infrastrukturen eingesetzt wird, muss strengen Verpflichtungen genügen. Dazu gehören rigorose Risikoanalysen und hochwertige Datensätze. Bürger haben das Recht, Beschwerden über KI-Systeme einzureichen.

Governance und Strafen bei Verstößen

Ein neues europäisches KI-Büro wird innerhalb der Kommission geschaffen. Dieses Gremium wird die Umsetzung der Regeln für allgemeine KI-Modelle überwachen und die Einhaltung im Binnenmarkt durchsetzen.

Verstöße gegen das Gesetz können zu erheblichen finanziellen Strafen führen. Geldbußen können von 7,5 Millionen Euro oder 1,5% des Umsatzes bis zu 35 Millionen Euro oder 7% des globalen Umsatzes reichen. Die Schwere der Geldstrafe hängt von der Art des Verstoßes und der Unternehmensgröße ab.

Die Regeln für grundlegende Modelle, wie GPT-4, werden gestaffelt. Alle Modelle müssen grundlegende Transparenzanforderungen erfüllen. Modelle, die systemische Risiken darstellen, unterliegen strengeren Bewertungen.

Breitere Auswirkungen auf die Technologiebranche

Das Gesetz der EU wird voraussichtlich globale Auswirkungen haben, ähnlich der GDPR Datenschutzverordnung. Tech-Unternehmen, die auf dem weitreichenden Markt der EU tätig sind, müssen sich anpassen. Dies könnte einen de facto Standard für andere Regionen setzen, die eigene Regeln entwickeln.

Branchenverbände haben sowohl Unterstützung als auch Bedenken geäußert. Einige befürchten, dass die Vorschriften die Innovation in Europa ersticken könnten. Befürworter argumentieren, dass sie das notwendige Vertrauen und die rechtliche Sicherheit für Unternehmen und Bürger schaffen.

Der endgültige rechtliche Text muss nun von dem europäischen Parlament und dem Rat formal genehmigt werden. Das Gesetz wird voraussichtlich 2026 in Kraft treten, nachdem eine phasenweise Umsetzung erfolgt ist. Dies gibt Unternehmen Zeit, sich an die neuen Anforderungen anzupassen.

Das EU KI-Gesetz stellt einen historischen Schritt in der Regulierung zukunftsweisender Technologien dar. Sein risikobasierter Ansatz zielt darauf ab, Innovationen mit grundlegenden Rechten in Einklang zu bringen. Die Welt wird aufmerksam beobachten, wie dieses Rahmenwerk die Zukunft der Künstlichen Intelligenz gestalten wird.

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