EU-Gesetzgeber und Technologieführer ergreifen Maßnahmen zur Erleichterung der Einhaltung des EU-AI-Gesetzes
Deepfakes können für viele Zwecke erstellt und verwendet werden. Wenn sie ordnungsgemäß als Deepfake offenbart werden und die Erstellung nicht gegen geltendes Recht verstößt, birgt die Existenz des Deepfakes in der Regel keine roten Flaggen für die Gesetzgeber. Laut einer Quelle ist das leitende Prinzip, ob die Existenz des Deepfakes die Privatsphäre oder die Rechte an geistigem Eigentum einer Person verletzt oder ob der Deepfake Verbraucher, die Öffentlichkeit oder prominente Personen, die nicht ordnungsgemäß gewarnt wurden, irreführt.
Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der Bedrohung für die Sicherheit und Privatsphäre, die diese Technologie mit sich bringt, da sie in der Lage ist, Fehlinformationen zu verbreiten und Verhaltensweisen durch Täuschung zu beeinflussen. Ihre Fähigkeit, Personen zu imitieren und sowohl Unternehmens- als auch persönlichem Rufsschaden zu verursachen, sowie als Vehikel für Betrüger zu dienen, um große Geldbeträge von Einzelpersonen und Institutionen zu extrahieren, positioniert sie als einen fruchtbaren Nährboden zur Destabilisierung des öffentlichen Vertrauens.
Die Anzahl der Deepfake-Dateien nahm von 500.000 USD im Jahr 2023 auf 8 Millionen USD im Jahr 2025 dramatisch zu. Mit der Zunahme von Dateien gab es einen alarmierenden Anstieg der Betrugsversuche um 3000 Prozent im Jahr 2023. Im Jahr 2024 traten Deepfake-Vorfälle in einer Rate von alle 5 Minuten auf, und es wird prognostiziert, dass die finanziellen Verluste in den USA, die durch generative KI verursacht werden, von 12,3 Milliarden USD im Jahr 2023 auf 40 Milliarden USD bis 2027 ansteigen werden, was einer jährlichen Wachstumsrate von 32 Prozent entspricht.
Wachsende Besorgnis und gesetzgeberische Maßnahmen
Der zunehmende Missbrauch von Deepfakes und das wachsende Risiko für Verbraucher, Privatsphäre und Rechte an geistigem Eigentum haben weltweit Besorgnis ausgelöst. In der Folge haben Gesetzgeber auf der ganzen Welt reagiert und verschiedene Gesetze eingeführt, die die Rechte betreffen, die sie als am stärksten gefährdet durch Deepfakes identifiziert haben. Der aktuelle Fokus auf erlassene und vorgeschlagene Gesetze zur Regulierung von Deepfakes liegt auf:
- Transparenz (Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten)
- Zustimmung (Erlaubnis von der Person, deren Bild veröffentlicht, repliziert oder manipuliert wurde)
- Entfernungspflichten (auferlegt an Unternehmen und Plattformen, die Deepfake-Inhalte veröffentlichen)
Das EU-AI-Gesetz
Das EU-AI-Gesetz, der erste Gesetzesrahmen zur Adressierung der Risiken im Zusammenhang mit KI, trat im August 2024 in Kraft und sieht einen schrittweisen Ansatz zur Umsetzung vor. Seit seiner Verkündung hat das Gesetz Aufmerksamkeit erregt und Diskussionen ausgelöst, die von seinem potenziellen Vorbild für zukünftige KI-Gesetze weltweit bis hin zu Kritiken an übermäßiger Regulierung und der Bedrohung für Innovationen im Technologiebereich reichen. Um den Bedenken der Technologiewirtschaft entgegenzukommen, dass das Gesetz umständliche Verpflichtungen und vage Hinweise zur Einhaltung auferlegt, wurde ein „Digitales Vereinfachungspaket“ vorgeschlagen, das darauf abzielt, die Regeln unter dem Gesetz zu straffen.
Ein Teil des Pakets, das „Digitale Omnibus“, ändert das Gesetz so, dass eine vorhersehbarere und effizientere Anwendung der Anforderungen des Gesetzes ermöglicht wird. Darüber hinaus hat die Kommission proaktiv Treffen mit Technologiewirtschaftsgruppen einberufen, um speziell die Kennzeichnungsanforderungen unter dem EU-Recht zu besprechen, die im August 2026 in Kraft treten werden.
Zusammenarbeit mit der Technologiewirtschaft
Um sicherzustellen, dass Plattformen, die für die Einhaltung verantwortlich sind, verstehen, wie sie sich an das Gesetz halten können, arbeiten die Regulierungsbehörden mit Insidern der Technologiewirtschaft zusammen, um eine Reihe von Protokollen zu etablieren, die als „Verhaltenskodex“ bekannt sind und den Unternehmen Leitlinien zur Einhaltung des Gesetzes bieten sollen. Die beiden Seiten werden in den kommenden Monaten die Bedingungen des freiwilligen Kodex verhandeln, wobei der erste Entwurf im Dezember 2025 veröffentlicht wird, gefolgt von einem zweiten Entwurf im Juni und dem endgültigen im August 2026.
Da sich die regulatorischen Rahmenbedingungen von Land zu Land unterscheiden, müssen Unternehmen, die international tätig sind, alle Anforderungen in den Jurisdiktionen erfüllen, in denen sie geschäftlich tätig sind. Für Unternehmen, die in einem der EU-Länder tätig sind, ist die Beachtung der Anforderungen des EU-AI-Gesetzes von größter Wichtigkeit. Selbst wenn Unternehmen nicht in diesen Regionen tätig sind, wird das Gesetz häufig referenziert und hat das Potenzial, als Modell für Gesetzgebung in anderen Jurisdiktionen zu dienen, ähnlich dem erheblichen Einfluss der DSGVO.
Schlussfolgerung
Die Bedeutung eines reibungslosen Weges zur Einhaltung des Gesetzes wird durch die Zusammenarbeit von Wettbewerbern in der Technologiewirtschaft unterstrichen, die eine Koalition für Inhaltsherkunft und -authentizität gebildet haben. Diese Koalition entwickelt eine Technik zur Kodierung von Informationen über den Ursprung von Inhalten und darüber, ob sie KI-generiert sind, in den Metadaten. Zusammen mit der fortschreitenden KI-Technologie ist es wahrscheinlich, dass wir weitere Innovationen sehen werden, die darauf abzielen, die regulatorische Compliance zu vereinfachen.