Der erste KI-Gipfel des Globalen Südens beginnt heute in Neu-Delhi, 20 Nationen werden teilnehmen
Der fünftägige India AI Impact Summit startet heute in Neu-Delhi. An dem Gipfel nehmen führende Technologiepersönlichkeiten teil, darunter der CEO von Google, der CEO von OpenAI, der CEO von Anthropic und der Nobelpreisträger sowie CEO von Google DeepMind. Auch Politiker aus 20 Ländern, darunter der Präsident von Frankreich, der Präsident von Brasilien und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, werden erwartet und nehmen an der Sitzung des Global Partnership on Artificial Intelligence (GPAI) teil, die am 20. Februar stattfindet. Mehr als 600 Startups und über 3.000 Sprecher werden beim Gipfel erwartet.
Vor Indien fanden ähnliche globale KI-Gipfel im Vereinigten Königreich, Südkorea und Frankreich statt. Dies ist jedoch der erste Gipfel, der im Globalen Süden abgehalten wird, was sich auf Entwicklungs-, weniger entwickelte und unterentwickelte Länder in Asien, Südamerika und Afrika bezieht.
Indiens Fortschritte im Bereich KI
Obwohl Indien hinter den USA und China in Bezug auf KI-Investitionen zurückliegt, baut das Land mehrere souveräne KI-Modelle auf und erweitert seine Rechenzentrumskapazität schnell. Der Gipfel bietet eine Plattform für KI-Startups, um ihre souveränen KI-Modelle vorzustellen und weitere Investitionen zu sichern. Für Politiker bietet der KI-Gipfel die Gelegenheit, die globale Zusammenarbeit zu stärken, die verantwortungsvolle und ethische Nutzung von KI zu fördern und die KI-Adoption in wichtigen Sektoren zu beschleunigen. Für globale Technologieunternehmen stellt Indien eine enorme Wachstumschance dar.
Der indische IT-Minister kündigte an, dass während der Woche mehrere souveräne KI-Modelle, die von indischen Technologieunternehmen und Startups auf der Grundlage indischer Sprachdatensätze entwickelt wurden, vorgestellt werden. Zudem könnte der Ausbau der KI-Infrastruktur in Indien mehr als 200 Milliarden Dollar an Investitionen anziehen.
Steuererleichterungen und Infrastruktur
Zu Beginn des Monats gab die indische Regierung ebenfalls eine Steuerbefreiung bis 2047 für ausländische Unternehmen bekannt, die globale Cloud-Dienste unter Verwendung von Rechenzentren in Indien anbieten. Laut einem Bericht der indischen Regierung wird die Rechenzentrumskapazität bis 2030 voraussichtlich 9,2 GW erreichen. Die Ausgaben für IT in Indien werden voraussichtlich bis 2026 um 10,6 % pro Jahr steigen, während die Ausgaben für Rechenzentren um 20,5 % pro Jahr zunehmen werden.
Der Gipfel veranstaltet auch ein Programm namens AI by HER, bei dem Technologinnen KI-Lösungen präsentieren können, die darauf abzielen, reale öffentliche Herausforderungen zu lösen.
Souveräne KI-Modelle und KI-Qualifizierung
Indien hat 10.000 Crore Rupien im Rahmen der nationalen KI-Mission bereitgestellt, um souveräne KI-Modelle zu entwickeln, die die öffentliche Dienstleistung und die Regierungsführung verbessern können. Bisher wurden 12 indische Unternehmen ausgewählt, um Indien-zentrierte große Sprachmodelle (LLMs) und Sprach-KI-Systeme zu entwickeln. Die zentrale Regierung hat 38.000 GPUs beschafft und stellt diese indischen KI-Unternehmen zu subventionierten Preisen zur Verfügung.
Verschiedene KI-Entwicklungsprojekte sind im Gange, um die KI-Fähigkeiten in Indien zu fördern. Die Regierung plant den Aufbau von Daten- und KI-Labors in Städten der zweiten und dritten Ebene. Laut Berichten hat Indien 16 % des globalen KI-Talents, hat jedoch einen geringen Anteil an globalen KI-Patenten.
KI-Governance
Ein Tag vor dem Gipfel veröffentlichte die Regierung Richtlinien zur KI-Governance, um sicherzustellen, dass KI sicher, vertrauenswürdig und inklusiv entwickelt und eingesetzt wird. Diese Richtlinien empfehlen die Schaffung nationaler Institutionen zur KI-Governance und basieren auf sieben Prinzipien, die Innovation mit Sicherheitsvorkehrungen in Einklang bringen.
Im Gegensatz zur EU, die einen risikobasierten Ansatz zur Regulierung von KI verfolgt, hat Indien einen „light-touch“-Ansatz gewählt und plant, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen nur bei Bedarf einzuführen. Die Richtlinien legen auch Wert auf Vertrauen, menschliche Kontrolle, Verantwortlichkeit und die Minimierung von Risiken.
Während des KI-Gipfels in Frankreich wurde eine Resolution zur inklusiven und nachhaltigen KI verabschiedet, die von den Staats- und Regierungschefs von 58 Ländern unterstützt wurde.