Vereinfachung der KI-Regeln für EU-Unternehmen
Die EPP-Gruppe wird heute darüber abstimmen, die neuen Regeln der EU für Künstliche Intelligenz (KI) zu verzögern und zu vereinfachen, damit Unternehmen besser vorbereitet sind und weniger sich überschneidende Anforderungen erfüllen müssen.
„Wir möchten den Unternehmen mehr Zeit geben, das KI-Gesetz zu vereinfachen und Start-ups sowie Scale-ups zu unterstützen. Bürokratie und doppelte Regeln sind weder gut für die Menschen noch für die Unternehmen“, sagte ein Mitglied des Parlaments, der als Verhandler für diesen Punkt fungiert.
Vereinheitlichung der Vorschriften
Das Vorschlag zielt auch darauf ab, Situationen zu vermeiden, in denen Unternehmen mehreren Regelwerken für dasselbe Produkt entsprechen müssen. Stattdessen sollten bestehende Branchenregeln zur Anwendung kommen, sodass Unternehmen nur mit einem klaren Rahmen umgehen müssen.
„Unser Ziel ist einfach: weniger sich überschneidende Regeln und niedrigere Kosten für Unternehmen. So sollte Vereinfachung aussehen“, sagte ein weiteres Mitglied des Parlaments, das als Verhandler in der Kommission für Bürgerliche Freiheiten tätig ist.
Geplante Fristen
Unter dem vorgeschlagenen Zeitplan würden wichtige Verpflichtungen für hochriskante KI-Systeme später als ursprünglich geplant gelten, wodurch Unternehmen mehr Zeit zur Einhaltung der Vorschriften erhalten.
„Wenn Europa ein KI-Kontinent werden will, müssen wir es Unternehmen erleichtern, zu innovieren und zu investieren. Die aktuellen Regeln könnten zu streng oder nicht klar genug sein. Dies könnte Unternehmen davon abhalten, nützliche KI-Funktionen hinzuzufügen, auch wenn sie sicher sind. Wir sollten niedrig-risikobehaftete KI nicht wie hochrisikobehaftete KI behandeln, da dies die Innovation der Unternehmen stoppen könnte“, fügte das Mitglied des Parlaments hinzu.
Verbote und Risiken
Die EPP-Gruppe unterstützt auch ein Verbot von KI-Tools, die gefälschte Nacktaufnahmen realer Personen ohne deren Zustimmung erzeugen. Jüngste Fälle von KI-Tools, die online verwendet wurden, um Personen in Bildern „auszuziehen“, verdeutlichen die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. Ein solches Verbot sollte sich jedoch nur auf missbräuchliche Anwendungen konzentrieren und legitime Anwendungen wie Bildbearbeitung, Gesundheitsanwendungen oder Werkzeuge im Einzelhandel, in der Kunst und Mode nicht blockieren.
Ausblick
Die Verhandlungen mit den EU-Ländern werden voraussichtlich bis April abgeschlossen sein, mit einer endgültigen Annahme vor August 2026, um sicherzustellen, dass strenge Regeln für hochriskante KI nicht auf niedrig-risikobehaftete Anwendungen angewendet werden.