Einblick in Vertrauen, Compliance und Zustimmung im KI-Zeitalter

Navigieren durch das Chaos von Zustimmung, Compliance und Kundenvertrauen in einer KI-Welt

Künstliche Intelligenz verspricht erhebliche Vorteile für Vermarkter, jedoch nur, wenn sie auf qualitativ hochwertigen, verantwortungsbewusst gesammelten Daten basiert. Dies war das zentrale Thema einer Sitzung auf der MarTech-Konferenz im September.

Die sich verändernde Datenlandschaft

Der Director of Strategy für zustimmungsbasierte Lösungen bei OneTrust, Alex Cash, wies auf einen bevorstehenden Paradigmenwechsel hin, wenn es darum geht, sich an die Veränderungen anzupassen, die Vermarkter erwarten müssen. Er sagte: „Die Art und Weise, wie diese KI-Produkte heute funktionieren und wie sie mit Sprach- und tragbaren Geräten interagieren… Es besteht eine sehr reale Möglichkeit, dass wir in Zukunft über KI außerhalb des Kontexts des Browsers und der mobilen App sprechen.“

Adam Eisler, Rechtsberater beim Interactive Advertising Bureau (IAB), betonte die neuen Dynamiken der KI-Ära und erklärte: „Es geht nicht nur darum, wie Unternehmen KI nutzen, sondern auch darum, wie KI diese Unternehmen nutzt.“

Agile Governance ist erforderlich

Die Paneldiskussion hob hervor, dass traditionelle Governance-Rahmenwerke für die KI-Ära zu langsam sind. Coppedge argumentierte, dass Organisationen adaptive Ansätze benötigen, wie z. B. Transparenz durch Dashboards, die den Benutzern zeigen, wie Daten verwendet werden.

Eisler warnte die Unternehmen, nicht zu warten, bis die Gesetzgeber die Regeln festlegen: „Warten Sie auf keinen Fall. Warten bedeutet, dass viele Unternehmen, die sich zurückgehalten haben, im Nachteil sind.“

Zustimmung und das ‚unbakeable Cake‘-Problem

Cash betonte, dass nicht alle KI-Nutzungen gleich sind. Die Governance muss berücksichtigen, ob Unternehmen eingebettete KI einsetzen oder selbst Modelle trainieren. Er warnte, dass traditionelle Zustimmungsmechanismen beim Modelltraining versagen.

„Ein zentrales Konzept der Zustimmung ist, dass Sie in der Lage sein müssen, diese zurückzuziehen. Wenn Sie ein Modell mit den Daten einer Person trainieren und diese zurückziehen, was passiert dann? Sie können einen Kuchen nicht zurückbacken,“ sagte er.

Wer besitzt die Governance?

Die Frage nach dem Eigentum sorgte für starke Meinungen. Cash forderte, dass Vermarkter aktiv werden müssen: „Die Marketingteams müssen am gleichen Tisch sitzen wie die Datenschutz- und Governance-Teams.“

Coppedge hingegen argumentierte, dass Governance nicht isoliert sein kann. „Es ist zu dynamisch, um es einer Geschäftseinheit zu überlassen.“

Blick nach vorne: Die nächsten 18 Monate

Die Panelteilnehmer sagten drei Bereiche voraus, die in naher Zukunft disruptive Veränderungen mit sich bringen werden:

Rechtliche und IP-Fragen

Eisler merkte an, dass Urheberrechts- und Fair-Use-Streitigkeiten die Marketing-Tools prägen werden. „Bis Ende der nächsten 18 Monate sollten Ihre Marketingteams ein klares Verständnis Ihrer KI-Anwendungsfälle haben.“

Neue Fähigkeiten für Vermarkter

Coppedge prognostizierte einen hybriden Fachmann: „Die Vermarkter von morgen müssen ein Teil Data Scientist, ein Teil Ethiker und ein Teil Geschichtenerzähler sein.“

Agenten-zu-Agenten-Ökosysteme

Cash sah voraus, dass KI-Agenten die Art und Weise, wie Vermarkter auf Daten zugreifen, disruptieren werden. „Es gab Entwicklungen zu diesem Konzept von Agenten.“

Schlussfolgerungen für Marketingführer

Die Botschaft des Panels war klar: Die Einführung von KI kann nicht auf perfekte Gesetze oder statische Handbücher warten. Der Erfolg hängt von der Schaffung von Vertrauen durch proaktive, transparente und agile Governance ab.

Wichtige Maßnahmen für Vermarkter

  1. Jetzt handeln: Nutzen Sie bestehende Datenschutzrahmen zur Anleitung von KI-Programmen.
  2. Transparenz greifbar machen: Dashboards und Erklärungen in einfacher Sprache fördern das Vertrauen.
  3. Unterscheiden Sie die KI-Anwendungsfälle: Der Einsatz von KI-Tools vs. das Training von Modellen erfordert unterschiedliche Schutzmaßnahmen.
  4. Teilen Sie die Verantwortung: Governance ist funktionsübergreifend, wobei das Marketing eine zentrale Rolle spielt.
  5. Kompetenzen erweitern: Zukünftige Vermarkter müssen Datenkompetenz, Ethik und Geschichtenerzählen kombinieren.

Wie zusammengefasst wurde, muss sich die Governance von statisch zu dynamisch weiterentwickeln – sich so schnell anpassen wie die KI selbst. Für Vermarkter bedeutet das, neue Werkzeuge und Verantwortlichkeiten zu übernehmen, um zu gestalten, wie das Vertrauen der Kunden verdient und aufrechterhalten wird.

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