Die Transformation der Rechtsberatung: Vom Vertrauensberater zum strategischen KI-Anwender
Mit der zunehmenden Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Verbesserung der Effizienz und Senkung der Kosten stehen interne Rechts- und Compliance-Teams vor wachsenden strukturellen Herausforderungen. Während KI-Tools immer einfacher einzusetzen sind, haben sich die Governance-Mechanismen, die für das Management von Verantwortung, Treuepflichten und regulatorischen Risiken zuständig sind, nicht im gleichen Maße weiterentwickelt.
Für rechtliche Führungskräfte, die Organisationen beraten, die global oder in stark regulierten Umgebungen tätig sind, lautet die zentrale Frage nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie so implementiert werden kann, dass dies verteidigbar, messbar und nachhaltig im großen Maßstab bleibt.
Ein Wandel hin zu einer umsetzungsorientierten KI-Governance
Als Reaktion auf diese Herausforderungen bewegen sich viele Organisationen über eine politikbasierte KI-Überwachung hinaus und hin zu operativen Governance-Modellen, die direkt und ganzheitlich in Arbeitsabläufe integriert sind. Anstatt KI-Governance als einmalige Compliance-Übung zu betrachten, werden Organisationen aufgefordert, skalierbare Mechanismen zu entwerfen, die während des gesamten KI-Lebenszyklus funktionieren: von der Auswahl von Anwendungsfällen und der Sorgfaltspflicht gegenüber Anbietern bis hin zu Einsatz, Überwachung und Eskalation.
Dieser Wandel hin zu einer operativen KI-Governance ist zunehmend in der Arbeit interner Rechtsteams sichtbar, die damit beauftragt sind, rechtliche Prinzipien, einschließlich des EU-KI-Gesetzes, in operative Praktiken zu übersetzen. Branchenbeobachter haben auf die Arbeit interner Rechtsführer hingewiesen, die an der Schnittstelle zwischen Unternehmensführung und Datenschutz tätig sind, als illustratives Beispiel für diesen breiteren Übergang.
Operative KI-Governance und die Rolle interner Rechts- und Compliance-Teams
In den letzten Jahren wurden operative Governance-Ansätze in professionellen Foren diskutiert, was einen breiteren Wandel weg von einer rein politikbasierten KI-Überwachung hin zu messbaren Ergebnissen widerspiegelt. Rechtliche Führungskräfte betonen zunehmend Compliance-Kontrollen, die die Erwartungen an die KI-Governance in den täglichen Betrieb übersetzen. Diese Kontrollen umfassen oft Risikoanalysen und Minderungspläne, klar definierte Genehmigungs- und Eskalationswege sowie menschliche Kontrollmechanismen, die darauf abzielen, menschliches Urteilsvermögen und Aufsicht in entscheidenden Entscheidungen zu bewahren.
In großen Unternehmen wird von internen Rechts- und Compliance-Abteilungen zunehmend erwartet, dass sie über die Erstellung von KI-Richtlinien und die Durchführung von Risikoanalysen hinausgehen. Sie werden zu Geschäftsermöglichern, die Governance-Mechanismen entwerfen, die im großen Maßstab funktionieren. Ein gemeinsames Merkmal der operationsfokussierten KI-Governance ist der Übergang von einer „Checkbox“-Compliance hin zu messbaren Ergebnissen. Anstatt sich auf einmalige Genehmigungen oder statische Risikoanalysen zu verlassen, beginnen diese Teams, Erfolgsmessungen für KI-Anwendungsfälle zu definieren, wie z. B. Genauigkeitsgrenzen, Effizienzgewinne und Fehlerraten.
Dieser Ansatz verbindet die KI-Governance mit den Geschäftszielen, während er die rechtliche Verantwortung bewahrt. Er ermöglicht es auch den Rechts- und Compliance-Funktionen, effektiver mit den Geschäftspartnern zu interagieren, die zunehmend erwarten, dass die Rechtsabteilungen einen verantwortungsvollen KI-Einsatz unterstützen, anstatt nur als Türsteher zu fungieren.
Die Bedeutung der Übersetzung europäischer und US-amerikanischer regulatorischer Erwartungen
Die Komplexität der KI-Governance wird für multinationale Organisationen, die in Rechtsordnungen mit unterschiedlichen regulatorischen Erwartungen tätig sind, noch verstärkt. Rechtsteams müssen oft die weltweit aufkommenden, KI-spezifischen Regeln mit bestehenden Datenschutz-, Verbraucher- und Unternehmensführungsrahmen in Einklang bringen. Erfahrungen in mehreren Rechtssystemen sind in diesem Kontext zunehmend relevant geworden.
Praktiker mit Erfahrung in mehreren Rechtssystemen werden zunehmend herangezogen, um europäische und US-amerikanische regulatorische Erwartungen in Governance-Verfahren zu übersetzen, die konsistent in globalen Rechtsteams funktionieren können.
Praktische Rahmenbedingungen
Da die operative KI-Governance zu einem wiederkehrenden Schwerpunkt innerhalb der Rechts- und Compliance-Community geworden ist, haben professionelle Foren zunehmend praktische Rahmenbedingungen über abstrakte Prinzipien betont. In diesem Umfeld haben angewandte Perspektiven, die auf realen rechtlichen Operationen basieren, an Bedeutung gewonnen, insbesondere solche, die Governance-Prinzipien in wiederholbare Prozesse und Entscheidungsrahmen übersetzen, die von Rechtsteams konsistent über KI-Anwendungsfälle hinweg angewendet werden können. Solche angewandten Ansätze werden in der Praxis durch Arbeiten exemplifiziert, die sich auf die Operationalisierung von KI-Governance-Rahmen innerhalb interner Rechts- und Compliance-Funktionen konzentrieren, einschließlich der Entwicklung strukturierter Modelle zur Evaluierung von Anwendungsfällen, zur Sorgfaltspflicht gegenüber Anbietern und zur Nachverfolgung nach dem Einsatz.
Rechtsfachleute, die in diesem Bereich tätig sind, haben zur Entwicklung operativer Modelle beigetragen, die internen Teams helfen, KI-Tools zu bewerten, Risikoentscheidungen zu dokumentieren und gegenüber Aufsichtsbehörden und Vorständen Rechenschaft abzulegen.