Die Kontroversen um Colorados KI-Gesetz

Die Kontroversen um Colorados KI-Gesetz

Das Gesetz von Colorado zielt darauf ab, zu verhindern, dass KI als Werkzeug der Diskriminierung eingesetzt wird. Es soll für „hochriskante“ KI-Systeme gelten, die entscheidende Entscheidungen treffen oder unterstützen.

Von Anfang an wollte der Gouverneur, dass die Gesetzgeber das Gesetz vor der Umsetzung überarbeiten, um einen übermäßig belastenden regulatorischen Rahmen zu vermeiden. Doch Versuche, dies während einer Sondertagung im August zu überarbeiten, scheiterten. Ein Hauptstreitpunkt war, wie viel Verantwortung KI-Entwickler und -Anwender tragen sollten, wenn die Entscheidungen der KI diskriminierend sind.

Da die Gesetzgeber keine Einigung erzielen konnten, wurde die Umsetzung des Gesetzes verschoben. Sie werden im Januar erneut versuchen, Änderungen vorzunehmen.

Hintergrund

Das Colorado KI-Gesetz führt umfassende Verbraucherschutzmaßnahmen ein, die darauf abzielen, die Öffentlichkeit vor Diskriminierung zu schützen, wenn KI zur Entscheidungsfindung in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Beschäftigung oder anderen wichtigen Lebensbereichen eingesetzt wird. Dieses Gesetz ist noch nicht in Kraft und das Datum der Umsetzung rückt immer weiter in die Ferne.

Unternehmen und sogar Gouverneur Jared Polis befürchten, dass das neue Gesetz belastend sein und Innovationen im Bereich der KI behindern könnte. Polis hatte das ursprüngliche Gesetz unterzeichnet, in der Annahme, dass es vor der Umsetzung im Jahr 2026 überarbeitet werden würde.

Polis erklärte, dass das Gesetz ein komplexes Compliance-Regime für KI-Entwickler und -Anwender schafft, da es Unternehmen für unbeabsichtigte Diskriminierung verantwortlich macht und die Geschäftstätigkeit in Colorado im Vergleich zu anderen Bundesstaaten erschwert.

Was schiefgelaufen ist?

Ein wesentlicher Streitpunkt bei der Verabschiedung des Sunshine Act war die Einigung darüber, was als „automatisiertes Entscheidungssystem“ gilt, das von dem Gesetz abgedeckt werden sollte. Es gab nicht genug Zeit für Unternehmen, um die vorgeschlagenen Formulierungen zu überprüfen. Zudem war die Festlegung der Haftung eine erhebliche Herausforderung.

Einige Unternehmen befürchteten, dass das KI-Gesetz in seiner jetzigen Form zu vage und belastend sei. Während der regulären Sitzung konnten keine Einigungen erzielt werden, und der Druck, während der Sondertagung im August eine Einigung zu erzielen, nahm zu.

In der Schlussfolgerung haben die Gesetzgeber einfach entschieden, das ursprüngliche Gesetz um vier Monate zu verschieben. Das KI-Gesetz soll nun im Juni 2026 in Kraft treten. Die Gesetzgeber werden im Januar erneut zusammentreffen, um mögliche Anpassungen vorzunehmen.

Ausblick

Die Verzögerung wird von einigen Technologieorganisationen gelobt, da sie mehr Zeit bietet, um die Gesetzgebung zu überarbeiten. Verbrauchervertreter hingegen kritisieren, dass die Bewohner noch länger ungeschützt bleiben. Die Herausforderung besteht darin, eine Lösung zu finden, die den Bedürfnissen der unterschiedlichen Interessengruppen gerecht wird.

Es bleibt abzuwarten, ob die Gesetzgeber bis zur Umsetzung des KI-Gesetzes im Juni 2026 eine Einigung erzielen können. Andernfalls könnte eine weitere Fristverlängerung erforderlich sein, wenn keine Kompromisse erreicht werden.

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