Die Governance der KI-Transformation: Lehren aus dem Telekommunikationsgesetz von 1996

Die Regulierung des KI-Übergangs: Lektionen aus dem Telekommunikationsgesetz von 1996

Es wurden mehr als 300 Gesetzentwürfe zur künstlichen Intelligenz (KI) im US-Kongress und etwa 1.200 in den Staatslegislaturen eingebracht.

Die Gesetzgebung inmitten eines technologischen Übergangs ist sowohl wichtig als auch riskant. Wichtig ist sie, weil der Schutz des öffentlichen Interesses Regeln und Erwartungen erfordert, anstelle einer Abwesenheit von Regeln, die es Unternehmen ermöglichen, unilateral in ihrem eigenen Interesse zu handeln. Riskant ist sie, weil Gesetzgeber dazu tendieren, die Zukunft anhand der gegenwärtigen Realität zu definieren, was die Agilität behindert, die in einem sich schnell verändernden Innovationsumfeld erforderlich ist.

Das letzte Mal, als der Kongress versuchte, inmitten eines technologischen Übergangs legislativen Maßnahmen zu greifen, war das Telekommunikationsgesetz von 1996, das am 8. Februar 1996 von einem Präsidenten unterzeichnet wurde. Das neue Gesetz aktualisierte das Kommunikationsgesetz von 1934. Ein 30-jähriger Rückblick kann die heutige Diskussion über eine nationale Politik zu den destabilisierten Auswirkungen der künstlichen Intelligenz informieren.

Der Übergang von analog zu digital

Vor dreißig Jahren war das destabilisernde Ereignis der Übergang von analog zu digital. Die Auswirkungen führten zum Zusammenbruch lang etablierter Geschäftskategorien und zur Verwirrung der Marktstrukturen. In einem weitsichtigen Schritt, der auch heute noch relevant ist, versuchte das neue Gesetz nicht, den Weg der Technologie vorherzusagen, sondern konzentrierte sich auf die Marktstrukturen, die diese Zukunft bestimmen würden.

Um diesen wettbewerbsorientierten Fokus zu überwachen, ermächtigte der Kongress die Federal Communications Commission (FCC), Engpässe zu identifizieren und anzugehen, die einen effektiven Wettbewerb behindern könnten. In der Zeit nach der Verabschiedung führte die FCC über 100 Regelungen und andere Maßnahmen durch, um dieses Mandat umzusetzen.

Die Lehren aus dem Telekommunikationsgesetz

Heute, da die KI die Wirtschaft und Gesellschaft umgestaltet, kehren neue Wellen destabiliserender technologischer Kräfte zurück. Das Gesetz von 1996 ist nicht nur eine Geschichte über „Telekommunikation“ – es ist eine Fallstudie über die Regulierung eines technologischen Übergangs. Es geht darum, zu bestimmen, was die Regierung regulieren sollte – Technologie oder Macht – und um die Bedeutung einer Expertenbehörde zur Überwachung des Prozesses.

Eine strukturelle Tatsache, die 30 Jahre nach dem Telekommunikationsgesetz heraussticht, ist, dass die Skalierung gewonnen hat. Im Laufe der Zeit erwies sich die Anziehungskraft des Marktes zur Skalierung als stärker als der Ehrgeiz des Gesetzes, wettbewerbsorientierte Rivalität zu fördern. Die Lektion des Gesetzes von 1996 ist nicht, dass Wettbewerbspolitik immer siegt, sondern dass sie ständige Wachsamkeit erfordert.

Die Herausforderungen durch zentrale Akteure

Im Rundfunk stieg die Konzentration erheblich an, und der Lokalismus schwächte sich ab. Im Telefonwesen hat sich die alte AT&T, die 1982 durch eine Antitrust-Klage aufgeteilt wurde, in vielen Aspekten durch Rekonsolidierung wieder zusammengesetzt. Über die betroffenen Branchen hinweg begünstigten finanzielle und technologische Kräfte große Unternehmen, die bündeln, nutzen und quersubventionieren konnten.

Die Jahre seit dem Gesetz von 1996 haben auch die Natur der FCC verändert. Vor dem Gesetz war die FCC ein Regulator des öffentlichen Interesses, der die relativ sicheren Aktivitäten konzentrierter privater Macht überwachte. Das Gesetz von 1996 verwandelte die FCC von der Verwaltung von Monopolen in die Förderung des Wettbewerbs über konvergierte Märkte.

Ein wichtiger Punkt ist, dass das Gesetz von 1996 die neu aufkommende Internetlandschaft und deren Vorteile der Offenheit nicht adressierte. Die Innovationskraft des frühen Internets war das Ergebnis seiner Offenheit. Unternehmen wie Google und Facebook entstanden als aufstrebende Wettbewerber gegen etablierte Unternehmen und gewannen dank offener Standards.

Die Entwicklung der KI

KI trat nicht als wissenschaftliches Wunder auf, das zufällig vor der Tür des Silicon Valley landete. Sie entstand innerhalb der Online-Plattformwirtschaft, weil das Geschäftsmodell der Plattformen sie erforderte. Dieses Geschäftsmodell dreht sich grundlegend um Vorhersage – vorherzusagen, was Benutzer klicken, kaufen, glauben und was sie engagiert hält.

Die Telekommunikationsgesetzgebung von 1996 kann als Ausgangspunkt für die Aufsicht über KI dienen. Das zentrale politische Ziel muss die Verhinderung der wettbewerbswidrigen Kontrolle über wesentliche Fähigkeiten sein. Dies erfordert einen zweistufigen Regulierungsrahmen, der von einer unabhängigen Expertenbehörde mit technischer Kapazität überwacht wird.

Schlussfolgerung

Die Lektion des Telekommunikationsgesetzes von 1996 ist nicht einfach, dass digitale Technologien reguliert werden müssen, sondern dass technologische Übergänge Machtprobleme darstellen. Wenn wir die Konzentration der KI-Power nicht angehen, riskieren wir Konsequenzen, die weit über die Marktstruktur hinausgehen.

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