Koreas neues AI-Grundgesetz: Merkmale und Bedeutung
Präsident Lee Jae-myung hat KI als einen „Game Changer“ definiert, der das globale Wirtschaftsparadigma verändern wird, und präsentiert sie als einen Kernmotor für das technologiegetriebene Wachstum Südkoreas während seiner Amtszeit.
Im Einklang mit dieser nationalen Strategie trat das neue AI-Grundgesetz im Januar 2026 in Kraft. Ähnlich wie das EU AI-Gesetz regelt es KI-Systeme, die erhebliche Risiken für das menschliche Leben, die physische Sicherheit und grundlegende Rechte darstellen, während es auch die Verpflichtungen der Regierung zur Entwicklung von KI-Technologie und verwandten Branchen sowie zum Schutz der Bevölkerung widerspiegelt.
Obwohl die Durchsetzung von Strafbestimmungen um ein Jahr verschoben wurde, zieht es weltweit Aufmerksamkeit auf sich als das erste durchsetzbare Gesetz, das verpflichtende Vorschriften für Betreiber von hochriskanten KI-Systemen implementiert.
Definition und Regulierung von hochriskanter KI
Die Definition von „hochriskanter KI“ im AI-Grundgesetz ist identisch mit dem „hochriskanten System“ im EU AI-Gesetz, was darauf hindeutet, dass der Regulierungsmechanismus für Betreiber sehr ähnlich ist. Das AI-Grundgesetz ist jedoch durch ein System gekennzeichnet, in dem die Betreiber zunächst freiwillige Maßnahmen zur Gewährleistung der KI-Sicherheit und -Zuverlässigkeit ergreifen, gefolgt von einer nachträglichen Aufsicht durch das Ministerium für Wissenschaft und ICT.
Es gibt zwar Sanktionen gegen Verstöße, jedoch beträgt die maximale Verwaltungsstrafe 30 Millionen KRW (ca. 20.300 USD). Konkret fehlt dem AI-Grundgesetz das gleiche Maß an zwingender Durchsetzung durch Sanktionen wie im EU AI-Gesetz. Es erfordert von KI-Betreibern, sich im Voraus selbst zu überprüfen, ob sie unter hochriskante KI fallen, und empfiehlt die Erstellung von Risikomanagementplänen.
Unterschiede zum EU AI-Gesetz
Im Gegensatz zum regulierenden System des EU AI-Gesetzes, das von hochriskanten KI-Modellentwicklern die vorherige Verifizierung (Konformitätsbewertung) und das Anbringen eines CE-Kennzeichens für die Markteinführung verlangt, gibt es keine obligatorische Vorabkontrolle über hochriskante KI-Systeme, es sei denn, der Betreiber beantragt freiwillig eine Bestätigung durch den Minister.
Das AI-Grundgesetz legt Sicherheitsverpflichtungen für Betreiber hochriskanter KI fest, wie z. B. Risikobewertung und -minderung während des gesamten Lebenszyklus des Modells, ähnlich dem EU AI-Gesetz. Die kumulative Berechnungsschwelle für das Training ist jedoch zehnmal höher als die der EU, was effektiv inländische Betreiber von diesen Vorschriften ausschließt.
Unterstützung und Förderung von KI
Das AI-Grundgesetz sieht auch staatliche Unterstützung und Förderung für die Nutzung von KI vor. Es definiert die Rolle der Regierung als Unterstützung der Entwicklung von KI-Technologie, sicherer Nutzung und Standardisierung. Insbesondere sollen KMU bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung der KI-Industrie priorisiert werden.
Das Gesetz ermöglicht die Ausweisung von KI-Clustern für die funktionale, physische und regionale Bündelung verwandter Unternehmen und Organisationen und betont die Politik im Zusammenhang mit KI-Datenzentren.
Schlussfolgerung
Insgesamt etabliert das AI-Grundgesetz ein Management- und Aufsichtssystem für hochriskante KI, um die Nutzer durch Vorschriften zu schützen, während es gleichzeitig die Entwicklung und Nutzung von KI fördert. Die Schaffung eines nationalen KI-Strategieausschusses, der von der Regierung geleitet wird, unterstreicht das Engagement für die Schaffung eines vertrauensvollen Rahmens für KI-Entwicklung und -Nutzung in Südkorea.