DHS AI-Überwachungsarsenal wächst, während die Behörde Gerichte ignoriert
Letzte Woche hat ein Bundesrichter in Minnesota eine Liste von „96 Gerichtsbeschlüssen, die [die Einwanderungs- und Zollbehörde] in 74 Fällen verletzt hat“, in eine Anordnung aufgenommen, die sich auf eine inhaftierte Person bezieht. „Diese Liste sollte jedem zu denken geben – unabhängig von seinen politischen Überzeugungen – der sich um die Rechtsstaatlichkeit sorgt“, schrieb der Richter. „ICE hat wahrscheinlich mehr Gerichtsbeschlüsse im Januar 2026 verletzt als einige Bundesbehörden in ihrer gesamten Existenz.“
Während ICE gerichtliche Autorität missachtet und Gewalt anwendet, erwirbt die Behörde gleichzeitig fortschrittliche Überwachungswerkzeuge, die mit Technologien der künstlichen Intelligenz betrieben werden, und setzt sie schnell in amerikanischen Städten ein. Der neueste KI-Inventarbericht des Ministeriums für Innere Sicherheit, veröffentlicht am 28. Januar, zeigt mehr als 200 Anwendungsfälle von KI, die bei DHS und seinen Komponentenagenturen eingesetzt oder in Entwicklung sind – ein Anstieg von fast 40 % seit der letzten Offenlegung im Juli 2025. ICE treibt einen Großteil dieses Wachstums voran und fügt 24 neue KI-Anwendungen hinzu, einschließlich Werkzeuge zur Verarbeitung von Hinweisen, zur Überprüfung von sozialen Medien und mobilen Gerätedaten sowie zur Anwendung von Gesichtserkennung zur Bestätigung von Identitäten.
Wachsendes Arsenal der künstlichen Intelligenz
Laut einer Analyse hat das neu offengelegte Inventar mehrere Anwendungen detailliert beschrieben, die „Bedenken bei Experten ausgelöst haben“. Fünf Beispiele umfassen:
- ELITE, ein Palantir-Werkzeug, das generative KI verwendet, um ICE-Beamten zu helfen, Informationen aus Unterlagen und Haftbefehlen zu extrahieren. Dieses Werkzeug wird im Inventar als ein Mittel beschrieben, um „genaue Adressen zu extrahieren und nutzbare Durchsetzungsansätze zu erstellen“. Berichten zufolge erstellt ELITE eine Karte mit potenziellen Abschiebungszielen und liefert Dossiers über Personen, die mit einer Adress-„Vertrauenswert“-Bewertung versehen sind.
- Mobile Fortify ist eine Anwendung zur Gesichtserkennung und Fingerabdruckabgleich, die biometrische Informationen mit den Aufzeichnungen der Behörde vergleicht. Diese Anwendung wurde seit Mai 2025 sowohl von CBP als auch von ICE verwendet. Berichten zufolge wurde bei einer Einwanderungsrazzia eine Frau zweimal falsch identifiziert, obwohl ICE behauptete, die Ergebnisse der Anwendung seien eine „definitive“ Bestimmung des Einwanderungsstatus.
- Ein Set von Werkzeugen zur „KI-gestützten Hinweisverarbeitung“ basiert auf Palantir-Technologie, die kommerziell verfügbare große Sprachmodelle nutzt, um eingehende Hinweise zu überprüfen und zu kategorisieren. Diese Technologie hilft ICE, Berichte effizienter zu verarbeiten und darauf zu reagieren.
- Ein „Hurrikan-Score“ ist ein prädiktives Risikomodell zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass Nichtbürger in Alternativen zu Haftprogrammen „nicht einhalten“. Diese Werkzeuge wurden unter der Biden-Administration entwickelt.
- Ein Werkzeug zur „Analyse von Open Source und sozialen Medien“ ermöglicht feingliedrige Suchanfragen in sozialen Medien. Dieses Werkzeug nutzt KI-Module zur Texterkennung und -übersetzung sowie zur Objekterkennung, um Analysten mögliche Übereinstimmungen zur manuellen Überprüfung bereitzustellen.
Mindestens 23 Anwendungen nutzen eine Form der Gesichtserkennung oder biometrische Identifizierung. Einige sind alltäglich, während andere Anwendungen Bilder aus dem öffentlichen Internet auf Übereinstimmungen durchsuchen.
Implikationen und Risiken
Die Beweise für mutmaßliches Unrecht durch die Agenturen des DHS sind erheblich, insbesondere in Bezug auf digitale Rechte und Überwachung. Die ACLU hat Klage eingereicht, um das Muster von verdachtslosen Stops, haftbefreienden Festnahmen und rassistischer Profilierung von Bürgern zu dokumentieren.
Die technologische Expansion des DHS wird als „ein Gewinn für Big Tech“ angesehen, während die Behörde Daten aus beispiellosen Quellen konsolidiert und ein Überwachungsnetzwerk aufgebaut hat. Die gesammelten Daten schaffen eine Überwachungsinfrastruktur, die es der Behörde ermöglicht, detaillierte Dossiers über nahezu jeden zu erstellen.
Schlussfolgerung
Was DHS letztendlich mit seinen neuen Überwachungstechnologien tun wird und wie sie möglicherweise die US-Verfassung herausfordern, bleibt abzuwarten. Die politische Reaktion wird wahrscheinlich eine Diskussion über umfassendere Reformen des DHS, einschließlich der Einschränkung seiner Überwachungsfähigkeiten, auslösen.
Diese Entwicklungen werfen ernsthafte Fragen hinsichtlich der Rechte und der Sicherheit der Bürger auf, während die Behörde weiterhin ihre Überwachungsinfrastruktur ausbaut.