„Intelligent alles“: Chinas Politik zur Förderung der KI-Adoption
Im August 2025 gab der Staatsrat Chinas die Richtlinie „AI Plus“ heraus, die darauf abzielt, die sektorübergreifende Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Inland zu leiten. Dies baut auf dem Schwung auf, der im Juli 2025 begann, als China die jährliche Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz (WAIC) in Shanghai ausrichtete und den „Global AI Governance Action Plan“ einführte. Diese Entwicklungen spiegeln die Fortsetzung eines umfassenderen strategischen Fahrplans wider, der ursprünglich im 2017 veröffentlichten „New Generation Artificial Intelligence Development Plan“ skizziert wurde. Dieser Plan legt Chinas Ambitionen dar, bis 2030 ein globaler KI-Führer zu werden.
Was ist „AI Plus“?
Der Plan „AI Plus“ ist ein Aufruf zur Aktion, um die Anwendung von KI in allen Bereichen der chinesischen Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft zu beschleunigen. Er dient als Fahrplan zur KI-Adoption, der nationale Ziele zur Steigerung des Konsums, zur industriellen Aufwertung, zur wissenschaftlichen Innovation, zur sozialen Wohlfahrt, zur Umschulung der Arbeitskräfte und zur globalen Zusammenarbeit miteinander verbindet. Chinas Rhetorik stellt KI als öffentliches Gut und als Kernmotor für das Wirtschaftswachstum dar. Der Plan repräsentiert einen ganzheitlichen Ansatz, um Ressourcen für die KI zu mobilisieren.
Erfolgsbilanz langfristiger Pläne in China
China hat eine anständige, wenn auch unvollkommene Erfolgsbilanz bei der Umsetzung von zehnjährigen Wirtschafts- und Industrieplänen. Die Erfolge variieren jedoch zwischen den Sektoren. Ein Beispiel ist der 2015 gestartete Plan „Made in China 2025″, der hochmoderne Industrien und wertschöpfende Sektoren fördern sollte. Dieser Plan war weitgehend erfolgreich darin, Chinas Abhängigkeit von ausländischer Technologie und Lieferketten zu verringern und China zu einem globalen Führer in bestimmten Industrien zu machen.
Was fordert der „AI Plus“-Plan?
Kurzfristig strebt China an, KI-gesteuerte „intelligente Terminals“ und KI-Agenten in wichtigen Sektoren zu integrieren und eine Durchdringungsrate von 70 % bis 2027 zu erreichen. Es gibt keine spezifischen Vorgaben, wie die „KI-Durchdringung“ gemessen werden soll, aber der enge Zeitrahmen motiviert Institutionen in China, KI-Initiativen schnell umzusetzen. Viele Bereiche der chinesischen Wirtschaft haben bereits mit der Digitalisierung und KI-bezogenen Initiativen begonnen.
Zugang zu Chips für KI
Der Zugang zu den fortschrittlichsten Halbleitern, die für das Training und den Betrieb von KI erforderlich sind, stellt eine Schlüsselanfälligkeit für China dar. Der Abstand ist besonders in der fortschrittlichen Chipfertigung spürbar, wo die inländische Industrie noch in der Entwicklung ist. China möchte unabhängige Halbleiterlieferketten und -fähigkeiten aufbauen und investiert daher in lokale Technologieunternehmen.
Chinas Ambitionen für globale KI-Governance
Der Global AI Governance Action Plan der chinesischen Regierung skizziert ein strategisches Rahmenwerk für die Entwicklung und Regulierung von KI auf globaler Ebene. Die erklärte Zielsetzung umfasst die Förderung der globalen KI-Entwicklung zum Wohle der Menschheit sowie die Achtung nationaler Souveränität. Chinas Premierminister hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die gemeinsame Governance von KI stärker zu betonen.
Implikationen für Australien und den Indo-Pazifik
Während China mit der Implementierung von KI voranschreitet, wird die Haltung der australischen Regierung zu China, „zusammenzuarbeiten, wo wir können, und uns zu widersprechen, wo wir müssen“, auch in Bezug auf KI und andere Technologien anwendbar sein. Es gibt deutliche Bereiche im AI Plus-Plan Chinas, aus denen Australien lernen und nutzen kann.
Ein spezifischer Bereich, der auch für Australien von nationalem Interesse ist, ist das Thema Energie und Umwelt. Während KI enorme Mengen an Energie benötigt, bietet sie auch das Potenzial für wissenschaftliche und technologische Durchbrüche im Bereich des Übergangs zu sauberer Energie.