Chinas Regulierungsinstrumentarium für die Übernahme von Manus durch Meta: Fusionskontrolle, nationale Sicherheitsprüfung und Technologiekontrolle
Am 29. Dezember 2025 kündigte der globale Technologieriese Meta die mehr Milliarden-Dollar schwere Übernahme von Manus an, einem KI-Start-up mit chinesischen Wurzeln.
Manus hat zuvor eine Reihe von „offshore Restrukturierungen“ sowohl auf organisatorischer als auch auf operativer Ebene durchgeführt. Dazu gehörten die Verlegung des Hauptsitzes nach Singapur, die Anpassung der Eigentümerstruktur und die Einstellung der Dienstleistungen in China. Diese Schritte haben die Übernahme komplexer gemacht.
Hintergrund: Transaktionsstruktur und Zielvermögen
Manus wurde als KI-Projekt gegründet und hat schnell Aufmerksamkeit für seine fortschrittliche Leistung bei der Lösung komplexer Probleme erregt. Um potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Überprüfung durch die US-Behörden zu mindern, führte Manus im Juli 2025 eine Offshore-Restrukturierung durch.
Die Kernwerte von Manus liegen hauptsächlich im Software-Code und der Systemarchitektur seines Agentensystems sowie in den gesammelten Daten während der Nutzung.
Fusionskontrolle: Pflicht zur Anmeldung und Befugnispraxis
Unter Chinas Antimonopolgesetz muss eine Transaktion, die eine Konzentration von Unternehmen darstellt und die festgelegten Umsatzschwellen überschreitet, im Voraus der zuständigen Behörde zur Fusionskontrolle gemeldet werden. Bei der Übernahme von Meta und Manus sind folgende Punkte besonders relevant:
- Ob die Transaktion eine Konzentration von Unternehmen darstellt.
- Ob die Transaktion die Umsatzschwellen erfüllt.
Die Überprüfung durch die Antitrust-Behörde kann entscheidend für den Ausgang der Transaktion sein.
Nationale Sicherheitsprüfung: Mögliche Anwendung von „Catch-all“-Mechanismen
Eine Sicherheitsprüfung wird ausgelöst, wenn eine ausländische Investition die nationale Sicherheit beeinträchtigen könnte. Obwohl Manus eine Offshore-Restrukturierung durchgeführt hat, könnte die nationale Sicherheitsprüfung dennoch relevant sein, insbesondere im Hinblick auf die Verarbeitung sensibler Daten.
Technologiekontrollen: Laufende Überwachung mit potenzieller Haftung
Die Technologiekontrollen könnten eine der praktischsten regulatorischen Einstiegspunkte in der Transaktion darstellen. Technologien, die in China entwickelt wurden und in den Bereich der Exportkontrollen fallen, dürfen nicht ohne die erforderliche Genehmigung exportiert werden.
Ein richtungsweisendes Geschäft: Chinas KI-Regulierung
Die Übernahme von Manus durch Meta stellt einen wichtigen Testfall für die Regulierung von KI-Technologien in China dar. Die verschiedenen regulatorischen Ansätze und deren potenzielle Durchsetzung spiegeln die breitere regulatorische Umgebung wider, mit der chinesische Technologieunternehmen konfrontiert sind.