Bundesstaatliche Regulierung von KI: Trends und Herausforderungen für 2026

AI-Trends für 2026 – Wie Bundesstaaten die Durchsetzung von KI gestalten werden

Während der bundesweite Fortschritt in Richtung eines umfassenden KI-Gesetzes in den USA ins Stocken gerät, treten die Regulierungsbehörden der Bundesstaaten entschlossen in die Lücke. Im Jahr 2026 werden die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten voraussichtlich eine zunehmend zentrale Rolle bei der Gestaltung der KI-Governance spielen, indem sie nicht auf neue Gesetze warten, sondern aktiv bestehende Verbraucher- und KI-relevante Gesetze durchsetzen.

Trends in der KI-Regulierung

Zwei Trends stechen hervor: die Verwendung von Profilierungseinschränkungen als de facto Durchsetzungsmechanismus für KI und die fortwährende Expansion eines bundesstaatenabhängigen regulatorischen Flickenteppichs.

Moderne Datenschutzgesetze der Bundesstaaten bieten den Regulierungsbehörden bereits einen mächtigen Ansatz. Viele enthalten Einschränkungen zur „Profilierung“, die oft als automatisierte Entscheidungsfindung definiert werden und manchmal lediglich auf vollständig automatisierte Prozesse beschränkt sind, insbesondere wenn diese Aktivitäten rechtliche oder ähnlich bedeutende Auswirkungen auf Personen haben. In der Praxis geben diese Bestimmungen den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten einen bereits vorhandenen Rahmen, um hochriskante KI-Systeme zu überprüfen.

Durchsetzungsmaßnahmen und Verbraucherschutz

Die Durchsetzungsmaßnahmen werden sich voraussichtlich zunächst auf vertraute Compliance-Fehler konzentrieren: unzureichende oder unklare Hinweise, fehlende oder nicht funktionierende Opt-out-Mechanismen, diskriminierende oder voreingenommene Ergebnisse sowie ineffektive oder illusorische Beschwerdeverfahren.

Anstatt KI spezifisch zu regulieren, können die Regulierungsbehörden der Bundesstaaten diese Fälle als Versagen des Verbraucher- und Datenschutzes darstellen. Dieser Ansatz ermöglicht es den Generalstaatsanwälten, algorithmische Entscheidungsfindungen in Frage zu stellen, ohne die technische Gestaltung oder Leistung der KI-Modelle rechtlich anfechten zu müssen.

Fragmentierte gesetzgeberische Landschaft

Gleichzeitig bleibt die breitere gesetzgeberische Landschaft fragmentiert. Es gibt nach wie vor keine realistische Aussicht auf ein umfassendes bundesweites KI- oder Datenschutzgesetz in naher Zukunft. In Reaktion darauf werden die Bundesstaaten weiterhin ihre eigenen Datenschutz- und KI-Gesetze vorschlagen und erlassen, wobei ein merklicher Schwerpunktwechsel zu beobachten ist. Nach dem Exekutivbefehl im Dezember, der potenziellen bundesstaatlichen Widerstand gegen bestimmte staatliche KI-Regulierungsansätze signalisiert, werden die Gesetzgeber wahrscheinlich Bereiche ins Visier nehmen, die als weniger anfällig für Vorabüberprüfung oder rechtliche Herausforderungen gelten, wie etwa den Schutz von Kindern.

Implikationen für Unternehmen

Für Organisationen, die in mehreren Bundesstaaten tätig sind, stellt der fragmentierte gesetzgeberische Flickenteppich eine vertraute Herausforderung dar. Diese Situation wird fortbestehen, und die Einhaltung wird eine sorgfältige Zuordnung der KI-Anwendungsfälle zu überschneidenden Datenschutz-, Verbraucher- und KI-spezifischen Anforderungen erfordern. Das Risiko der Durchsetzung wird zunehmend davon abhängen, ob Unternehmen nachweisen können, dass sie hochriskante Anwendungen identifiziert, potenzielle Auswirkungen bewertet, sinnvolle Sicherheitsvorkehrungen getroffen und den Verbrauchern klare Hinweise sowie praktikable Abhilfeleistungen angeboten haben.

Ausblick auf 2026

Im Hinblick auf 2026 sollten Unternehmen damit rechnen, dass die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten zu den aktivsten Regulierungsbehörden für KI in den Vereinigten Staaten gehören werden. Das Fehlen bundesstaatlicher Gesetzgebung hat nicht zu regulatorischem Schweigen geführt. Vielmehr werden die Bundesstaaten weiterhin bestehende Instrumente anpassen und gezielte Maßnahmen ergreifen, um die KI-Nutzung zu gestalten. Organisationen, die Profilierungseinschränkungen, Transparenzpflichten und Beschwerdemechanismen als zentrale Bestandteile der KI-Governance behandeln, werden besser in der Lage sein, das Risiko der Durchsetzung in einem zunehmend staatlich gesteuerten regulatorischen Umfeld zu managen.

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