Bundesregierung sollte die Führung in der KI-Politik übernehmen

Der Kongress sollte bei der KI-Politik führen, nicht die Bundesstaaten

Die Versuchung, in Bezug auf künstliche Intelligenz (KI) „etwas zu tun“, wird wachsen, da die Zwischenwahlen näher rücken und die Medien weiterhin Ängste über angebliche KI-Schäden thematisieren. Insbesondere werden die Gesetzgeber der Bundesstaaten auch 2026 viele KI-bezogene Initiativen verfolgen.

Im Jahr 2025 wurden über 1.200 KI-bezogene Gesetze vorgeschlagen, von denen mehr als 180 verabschiedet wurden. Während einige dieser Vorschriften gut gemeint und einige sogar notwendig sein mögen, ist es wahrscheinlich, dass viele gegen verfassungsmäßige Prinzipien verstoßen.

Die verfassungsmäßigen Grenzen

Diese verfassungsmäßigen Mängel können nicht abgetan werden, indem man KI mit früheren Technologien vergleicht, bei denen die Bundesstaaten eine bedeutende legislative Rolle spielten. Viel mehr als die Technologien, die die agrarische und industrielle Ära prägten, berührt die Entwicklung und Implementierung von KI den zwischenstaatlichen Handel und die Meinungsfreiheit und könnte in manchen Fällen gegen die dormant commerce clause oder den Ersten Verfassungszusatz verstoßen.

KI ist nicht wie Bleistifte oder Schweinebauch

Die Regulierung von KI durch die Bundesstaaten hat eine andere Beziehung zum zwischenstaatlichen Handel als andere staatliche Gesetze. Diese Unterschiede haben rechtliche Konsequenzen. In einer Entscheidung von 2023 bestätigte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein kalifornisches Gesetz, das den Verkauf von Schweinefleisch verhinderte, das nicht den Standards des Bundesstaates entsprach.

Ein Schlüsselfaktor in dieser Entscheidung war, dass Hersteller außerhalb des Bundesstaates zahlreiche Möglichkeiten haben, ihre Betriebe so anzupassen, dass die disruptive Wirkung des Gesetzes minimiert wird. Im Gegensatz dazu erfordert der algorithmische und rechnergestützte Handel oft eine einheitliche landesweite Regelung.

Die Herausforderung der Fragmentierung

Ein fragmentierter Ansatz zur Regulierung von KI würde massive negative Auswirkungen auf den freien Fluss von Handel und Meinungsfreiheit haben. Dies könnte als eine Art „Algorithmische Artikel der Konföderation“ betrachtet werden, bei der den Landesregierungen de facto verfassungsmäßige Oberhoheit in der Regulierung der täglichen Abläufe der modernen Wirtschaft eingeräumt wird.

Die politischen Entscheidungsträger müssen sicherstellen, dass die Bundesstaaten in ihren jeweiligen regulatorischen Bereichen bleiben, während sie nützliche Experimente zulassen.

Schlussfolgerung

Wenn der Kongress in Bezug auf die Regulierung von KI stumm bleibt, könnte das Land in ein Szenario der zersplitterten Regulierung abdriften. Es ist wichtig, dass der Kongress Verantwortung übernimmt und sicherstellt, dass die verfassungsmäßigen Rahmenbedingungen und nationalen Märkte in der Ära der KI weiterhin gedeihen können.

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