BIS erleichtert den Export von KI-Chips nach China

BIS öffnet die Tür für erhöhte KI-Chip-Exporte nach China

Am 15. Januar 2026 veröffentlichte das U.S. Department of Commerce, Bureau of Industry and Security (BIS), eine Änderung der Export Administration Regulations (EAR), die darauf abzielt, die Exporte von NVIDIA H200, AMD MI325X und ähnlichen Künstliche Intelligenz-Chips an Infrastruktur-als-Service (IaaS)-Anbieter in China und Macau zu erhöhen. Diese KI-Chips erfordern weiterhin eine Lizenz für den Export nach China und Macau, aber solche Lizenzanträge können nun unter einer „Fall-zu-Fall“-Lizenzüberprüfungspolitik statt der vorherigen kategorischen Ablehnung für diese Ziele geprüft werden.

Hintergrund

NVIDIA H200-Chips und andere fortschrittliche KI-Chips, die die Leistungsanforderungen der Export Control Classification Number (ECCN) 3A090.a erfüllen, sind für China, Macau und andere unter das U.S.-Waffenembargo fallende Jurisdiktionen, die in Country Group D:5 aufgeführt sind, eingeschränkt. Vor der Regelung vom 15. Januar wurden alle Lizenzanträge für Exporte nach Macau und China unter einer Vermutung der Ablehnung geprüft, was bedeutete, dass ein Lizenzantrag nahezu sicher abgelehnt wurde.

Eine Lizenz ist weiterhin erforderlich, um ECCN 3A090.a-Artikel nach China und Macau zu exportieren. Die Regelung vom 15. Januar schafft jedoch die Möglichkeit, dass Exporteure solche Lizenzanträge unter der weniger strengen „Fall-zu-Fall“-Überprüfungspolitik prüfen lassen können, was die Chancen auf eine Genehmigung durch das BIS verbessert.

Was qualifiziert für die Fall-zu-Fall-Überprüfung?

Für die Fall-zu-Fall-Überprüfung qualifizieren sich:

  • Artikel: NVIDIA H200, AMD MI325X und andere ECCN 3A090.a-Chips mit einer Gesamtverarbeitungskapazität (TPP) von weniger als 21.000 und einer „gesamt DRAM-Bandbreite“ von weniger als 6.500 GB/s.
  • Ziele: China und Macau.
  • Sendetyp: Exporte aus den Vereinigten Staaten.

Was wird weiterhin unter einer Vermutung der Ablehnung geprüft?

Artikel: NVIDIA Blackwell und andere ECCN 3A090.a KI-Chips, die die oben beschriebenen TPP- und gesamt DRAM-Bandbreitenanforderungen erfüllen oder überschreiten.

Ziele: Andere Länder in Country Group D:5.

Sendetyp: Re-Exporte aus Drittländern und Transfers innerhalb von China oder Macau.

Wie qualifiziere ich mich für die Fall-zu-Fall-Überprüfung?

Die Anforderungen für die Fall-zu-Fall-Überprüfung sind sowohl für den Exporteur als auch für den Empfänger der KI-Chips anspruchsvoll. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt sind, wird die Transaktion unter der bestehenden Vermutung der Ablehnung geprüft. Der Antragsteller muss die folgenden Kriterien in einem Lizenzantrag nachweisen:

  • U.S. Supply Data: Es muss ausreichend Angebot an den betreffenden KI-Chips existieren, sodass die vorgeschlagene Lieferung keine Verzögerung bei der Erfüllung von Bestellungen für U.S.-Kunden verursacht und die aggregierten Lieferungen an China und Macau nicht mehr als 50 % der aggregierten TPP betragen, die an U.S.-Kunden geliefert werden.
  • IaaS Provider Empfänger KYC: Jeder IaaS-Anbieter, der die KI-Chips erhält, muss strenge Know Your Customer (KYC)-Verfahren einhalten, um zu verhindern, dass eingeschränkte Endnutzer die Rechenkapazität der KI-Chips aus der Ferne nutzen.
  • Drittanbieter-Labortests: Jede Sendung wird von einem unabhängigen, in den USA ansässigen Drittanbieter-Testlabor geprüft, um die Leistungsanforderungen der KI-Chips zu bestätigen.
  • Remote-Endbenutzer in Ländern von Interesse: Die Liste der beabsichtigten Remote-Endbenutzer des IaaS-Anbieters darf keine Unternehmen in Belarus, China, Kuba, Iran, Macau, Nordkorea, Russland und Venezuela umfassen.
  • Eingeschränkte Endverwendungen oder Endbenutzer: Die KI-Chips dürfen nicht für eingeschränkte Endverwendungen oder Endbenutzer gemäß Teil 744 der EAR verwendet werden.
  • Zusätzliche Endnutzungsbeschränkungen: Bestätigen, dass der Empfänger und jeder IaaS-Endbenutzer keine trainierten Modellgewichte auf Produkte übertragen, die nicht zuvor dem BIS offengelegt wurden.
  • IaaS-Anbieter Physische Sicherheit: Jeder IaaS-Anbieter muss physische Sicherheitsmaßnahmen implementiert haben, wo die KI-Chips gelagert werden.

Schlussfolgerung

Die U.S.-Exportkontrollen für KI-Chips und andere fortschrittliche Computerartikel entwickeln sich weiterhin. Die Regelung vom 15. Januar zeigt, dass die Regierung bestrebt ist, den Zugang zu bestimmten U.S.-KI-Chips in China für genehmigte Endbenutzer zu fördern, während sie gleichzeitig verhindert, dass IaaS-Anbieter diesen Elementen einen Remote-Zugang durch Endbenutzer oder für Endverwendungen gewähren, die den nationalen Sicherheits- und außenpolitischen Interessen der USA schaden.

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