AI-Dokumente als nicht privilegiert eingestuft
Ein Richter entschied in einem Verfahren, dass ein Finanzdienstleistungsexecutive in Texas, der eines Betrugs in Höhe von 150 Millionen Dollar beschuldigt wird, kein Privileg für Dokumente beanspruchen kann, die er mit einem KI-Dienst erstellt und an seine Anwälte gesendet hat. Der Richter stellte fest, dass die Materialien problematisch sein könnten, wenn sie im Prozess verwendet werden.
Hintergrund und Verfahren
Im Jahr 2025, nachdem der Betroffene wusste, dass er ins Visier der Strafverfolgung geraten war, nutzte er ein KI-Tool, um 31 Dokumente im Zusammenhang mit seinem rechtlichen Fall zu erstellen und diese mit seiner Verteidigung zu teilen. Die Regierung stellte das Privileg und die Ansprüche auf Arbeitsschutz in Frage.
Richterliche Entscheidungen
Der Richter wies die erste Theorie schnell zurück und sagte: „Ich sehe keinen Grund für einen Anspruch auf Anwaltsgeheimnis.“ In Bezug auf die Theorie des Arbeitsschutzes argumentierte der Verteidiger, dass die Dokumente Informationen enthalten, die von der Kanzlei an den Betroffenen weitergegeben wurden. Der Staatsanwalt wies jedoch darauf hin, dass die Dokumente nicht die rechtliche Strategie des Verteidigungsteams widerspiegeln.
Der Richter stimmte zu und kam zu dem Schluss, dass die KI-Dokumente nicht von Anwälten erstellt wurden. Er merkte auch an, dass das verwendete Tool eine Klausel enthält, dass alle eingegebenen Informationen nicht vertraulich sind.
Implikationen und Risiken
Der Richter warnte, dass, sollte die Staatsanwaltschaft versuchen, die KI-generierten Informationen im Prozess zu verwenden, dies einen „Zeugen-Anwalt-Konflikt“ verursachen könnte, da die Kanzlei in einem solchen Szenario als Zeuge auftreten würde.
Die Regierung argumentierte, dass die Dokumente alle Elemente des Anwaltsgeheimnisses nicht erfüllen. Sie seien keine Kommunikation zwischen einem Mandanten und einem Anwalt, da das KI-Tool offensichtlich kein Anwalt sei und bei der Erstellung der Dokumente kein Anwalt beteiligt war. Zudem seien sie nicht vertraulich, da der Betroffene freiwillig seine Anfragen mit dem KI-Tool geteilt habe.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Nutzung von KI-Tools im rechtlichen Kontext. Die Verwendung solcher Tools könnte als nicht privilegiert angesehen werden, was bedeutet, dass die Informationen in einem Gerichtsverfahren offengelegt werden könnten. Anwälte und Mandanten sollten sich der Risiken bewusst sein, die mit der Nutzung von KI-gestützten Dienstleistungen verbunden sind.